Freimessen in der Praxis: sicher planen, korrekt durchführen, sauber dokumentiere
Bevor Arbeiten in Behältern, Schächten oder engen Räumen beginnen, braucht es einen verlässlichen Freimessprozess. Dieser Beitrag zeigt, wie sich Freimessen strukturiert vorbereiten, durchführen und dokumentieren lässt.
Worauf es in der Praxis ankommt
- Was ist zu messen?
- Wo wird gemessen?
- Wie tief, wie lange, mit welchem Messgerät?
- Wie wird das Ergebnis bewertet?
- Wer darf freimessen?
Mit unserer interaktiven Website zum Freimessprozess erhalten Anwender eine strukturierte Orientierung von der Planung bis zur Dokumentation. So wird Freimessen als sicherer, nachvollziehbarer Prozess verstanden.
Das interaktive Freimess-Tool ordnet den Prozess in vier Oberkategorien:
1 Arbeitsplanung
Gerade in Behältern, Schächten und engen Räumen können Sauerstoffmangel, giftige Atmosphären oder explosionsfähige Gase auftreten. Deshalb beginnt der Freimessprozess mit der systematischen Betrachtung des gesamten Einsatzes: Umgebung, mögliche Gefahrstoffkonzentrationen, Zugangswege und atmosphärische Risiken werden bewertet.
Gleichzeitig werden Notfallmaßnahmen, Evakuierungswege, Verantwortlichkeiten und das passende Rettungskonzept festgelegt – inklusive einer hypothetischen Rettung. Mit Dräger X-meas lassen sich Messungen effizient, zeitsparend und rechtssicher planen. Mit den eigenen Experten des Sicherheits- und Notfallmanagements bietet Dräger ganzheitliche Beratungsunterstützung, damit Ihr Betrieb jederzeit handlungsfähig bleibt.
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2 Arbeitsvorbereitung
In der Arbeitsvorbereitung wird die Grundlage für einen fachgerechten und sicheren Einsatz geschaffen. Die eingesetzten Personen müssen über die erforderliche Unterweisung, Befähigung und gesundheitliche Eignung verfügen. Die PSA wird vollständig bereitgestellt und auf den konkreten Einsatz abgestimmt – ausschließlich funktionstüchtige PSA und Geräte kommen zum Einsatz.
- Qualifikation der Personen prüfen
- PSA vollständig und einsatzbezogen bereitstellen
- Passendes Gaswarngerät zu Messaufgabe, Atmosphäre und Applikation auswählen
- Geräte prüfen, kalibrieren und auf Einsatzbereitschaft kontrollieren
- Messpunkte und Messreihenfolge festlegen
- Nach erfolgreicher Freimessung die Arbeitsfreigabe veranlassen
Die Freimessung erfolgt am vorgesehenen Einsatzort, häufig an mehreren Punkten und in unterschiedlichen Höhen, damit sich die Luftverhältnisse realistisch bewerten lassen. Die Messergebnisse werden direkt bewertet und mit den vorab festgelegten Sicherheitskriterien abgeglichen. Die Dräger Academy bietet produktbezogene Schulungen an, in denen Sie Einsatzmöglichkeiten, Funktionen und Instandhaltungsroutinen kennenlernen.
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3 Durchführung & Überwachung
In dieser Phase beginnen die eigentlichen Arbeiten in engen Räumen und Behältern – der Arbeitsbereich wird laufend abgesichert. Nur befähigtes und geschultes Personal darf die kritischen Bereiche betreten. Vor dem Einstieg erfolgt die Absprache mit dem Sicherungsposten bzw. die Aktivierung digitaler Sicherheitssysteme wie Dräger INARA, gefolgt von einem abschließenden Risikoreview („Last Minute Risk Assessment").
Die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung gemäß Gefährdungsbeurteilung und Erlaubnisschein – etwa Fluchtausrüstung, geeignete Absturzsicherung sowie das Mitführen von Gaswarngeräten – ist verpflichtend. Typische Arbeiten wie Schweißen, Reinigen oder Inspektionen erfordern eine kontinuierliche Überwachung der Atmosphäre.
Für plötzlich auftretende Gefahrensituationen bietet Dräger eine breite Palette an Selbst- und Fluchtrettern, beispielsweise die Dräger PARAT® Fluchthauben oder Sauerstoff-Selbstretter der Dräger Oxy SR Serie. Nach Abschluss der Arbeiten folgen Rückmeldung und ordnungsgemäße Rückgabe der PSA inklusive Reinigung, Prüfung und Wartung.
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4 Dokumentation & Protokollierung
Zum Abschluss stehen Dokumentation und Protokollierung. Alle relevanten Informationen werden festgehalten: Messergebnisse, Zeitpunkte, Messorte, eingesetzte Geräte sowie sicherheitsrelevante Beobachtungen oder Abweichungen. Diese Dokumentation schafft Nachvollziehbarkeit und bildet die Grundlage für spätere Auswertungen – sie hilft, Expositionswerte, Trends, besondere Vorkommnisse und Verbesserungspotenziale zu erkennen.
So wird aus der einzelnen Freimessung ein strukturierter, wiederholbarer und kontinuierlich weiterentwickelbarer Prozess. Für eine effiziente Dokumentation eignen sich Dräger X-meas oder Gas Detection Connect (GDC).
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